ÄSTHETISCHE PRINZIPIEN AUS DEM ANTIKEN GRIECHENLAND SIND BIS HEUTE EINFLUSSREICH

Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Kunden über die ästhetischen Prinzipien im antiken Griechenland, das mich dazu brachte, mehr über die antike griechische Ästhetik und ihren Einfluss auf unsere heutige Welt nachzudenken.

Wirklich - wovon werden wir noch beeinflusst?

Tatsächlich sind die altgriechischen Prinzipien der Ästhetik auch nach Tausenden von Jahren überall zu finden. Wir sprechen über Harmonie und Symmetrie, Balance und Proportionen, über Kontrast, Vielfalt und Rhythmen. Schauen wir uns einige dieser Prinzipien genauer an.

SYMMETRIE

Zunächst das Konzept der Symmetrie. Es zeigt sich in der Natur ebenso wie in der Kunst.

Im antiken Griechenland fasste der Begriff unterschiedliche Vorstellungen zusammen: Ebenmaß und Harmonie, etwas mit richtigen Proportionen und damit Schönheit. Eine Kombination aus philosophischen und mathematischen Konzepten.

Die Pythagoräer hatten die Bedeutung verschiedener Gegensätze wie rechts und links, Bild und Spiegelbild betont. Demokrit hatte den Aufbau der Welt aus Atomen als Bausteinen erklärt, die unterschiedliche geometrische Formen besaßen, und Platon dachte, den Grundelementen Erde, Wasser, Luft und Feuer würde jeweils eine entsprechende geometrische Form zugrunde liegen, zB die Erde werde repräsentiert durch  den Würfel.

Mit anderen Worten: Von Anfang an beschäftigten sich verschiedene Wissenschaften, besonders Philosophie, Naturwissenschaften und Mathematik mit Symmetrie,  und dies prägte die ästhetischen Prinzipien im antiken Griechenland.

BALANCE

Wenn wir über antike griechische Architektur sprechen, meinen wir Tempelarchitektur, die auf Maß, Proportion und dem Gleichgewicht aller Elemente basierte. Das bekannteste Beispiel ist der im 5. Jahrhundert v. Chr. auf der Akropolis von Athen erbaute Parthenon, der von seinen Architekten Iktinus und Kallikrates als Triumph des Gleichgewichts gefeiert wurde.

Seine dekorativen Skulpturen wurden streng nach den Regeln des großen Bildhauers  Polyclitus geschaffen, der eine Abhandlung - den „Kanon“ - über Proportionen und Gleichgewicht in der Skulptur verfasste.

Auch der „Goldene Schnitt“  ist ein wichtiges Gleichgewichtsprinzip. Die erste erhaltene Beschreibung findet sich in den „Elementen“ des altgriechischen Mathematikers Euklid (um 300 v. Chr.). Dieses Verhältnis wurde später zum Idealprinzip der ästhetischen Proportionierung erhoben.

Die Beziehung des Goldenen Schnitts, wichtig in Mathematik, Kunst und Architektur, findet sich auch in der Natur wieder, beispielsweise in der Anordnung von Blättern.

PROPORTION

Auch die Proportion ist zunächst ein mathematischer Begriff, der das Verhältnis zwischen Teilen eines Ganzen beschreibt. In der Kunst bedeutet das, wie gut ein Teil eines Bildes im Verhältnis zu einem anderen ausbalanciert ist. Wie in der Architektur beschreibt Proportion hier, wie verschiedene Elemente in Größe, Form und Farbe zueinander in Beziehung stehen. Auf ähnliche Weise bezieht sich der Begriff  in der Musik auf die Art, wie Rhythmen zeitlich einander zugeordnet sind.

Auch dieses Konzept wurde zuerst von antiken griechischen Philosophen und Wissenschaftlern wie Platon und Pythagoras untersucht. Eine neue Blüte erlebte dieser Glaube an Proportionen als Grundlage der bildenden Kunst später in der Renaissance .

HARMONIE

Der Begriff leitet sich vom griechischen „harmonia“ ab und bedeutet „Verbindung, Übereinstimmung der Klänge“. Die alten Griechen bezeichneten damit Proportionen, Ausgewogenheit und Schönheit der Musik. Harmonie ist ein Gleichgewicht zwischen Elementen und ihren Beziehungen. Einer disharmonischen Komposition mangelt es an Ausgewogenheit, sie gefällt daher weder Auge  noch Ohr. Die antiken griechischen Philosophen Pythagoras und Platon zeigten, wie Klang mit Zahlen korrespondiert und wie diese verwendet werden können, um angenehme Musik zu schaffen.

RHYTHMUS

Die alten Griechen nutzten den „Rhythmus“ (griech.: fließen) in Architektur und Kunst. Rhythmus ist ein Muster, das durch die Wiederholung von Elementen entsteht, wie z. B. Säulen oder Bögen. Rhythmus galt als eine der Schlüsselzutaten für das  Schaffen von Harmonie. Ziel ist die Verbindung von  Elementen, die Anordnung von Teilen zu einem zusammenhängenden Ganzen.

KONTRAST und VIELFALT

Auch Kontrast und Vielfalt wurden in der antiken griechischen Architektur und Kunst häufig verwendet. Die Säulen des Parthenon zum Beispiel waren nicht alle gleich. Der dorische Stil wurde für den unteren Teil des Gebäudes und der ionische für den oberen. Eine Säule war geriffelt, eine andere nicht; und  jede hatte ein anderes Kapitell oder eine andere Dekoration an der Spitze.

Kontrast in der Kunst wurde auch verwendet, indem verschiedene Teile einer Statue aus verschiedenen Materialien hergestellt wurden – Bergkristall für die Augen, Elfenbein für die Haut und Gold für die Haare. Das gleiche Prinzip tritt in der Farbe der antiken griechischen Statuen auf .

Welche Lehren können wir aus den altgriechischen ästhetischen Prinzipien ziehen?

Diese kleine Auswahl zeigt, wie ästhetische Prinzipien, die heute fester Bestandteil des künstlerischen Werkzeugkastens sind, auf die alten Griechen zurückgeführt werden können.

In typisch griechischen Souvenirs ebenso wie in Meisterwerken zeitgenössischer Künstler, Designer und Architekten sind diese Prinzipien weiterhin überall zu finden.

Das bedeutet aber auch, dass Sie, wenn Sie nach Inspiration für Ihren Alltag suchen (z. B. Wohnkultur), im antiken Griechenland viele Ideen finden und übernehmen können.

Takeaway: Ästhetische Prinzipien aus dem antiken Griechenland sind bis heute einflussreich. Die Anwendung einiger dieser Prinzipien wird Ihnen helfen, Schönheit in Ihrer unmittelbaren Umgebung zu gestalten.